Öffentlicher Dienst oder Privatwirtschaft – Die Vorteile

Nur wenige junge Leute ziehen bei ihrer Berufswahl heutzutage eine Karriere als Beamter in Erwägung. Der Begriff Öffentlicher Dienst scheint noch immer zu angestaubt und mit Vorurteilen belegt. Dabei bietet der Staatsdienst nicht nur zahlreiche Vorteile: Es werden dringend Fachkräfte aus dem Ingenieurwesen und sozialen Berufen gesucht, was auch Quereinsteigern Chancen eröffnet.

Öffentlicher Dienst bietet viele Vorteile

Tatsächlich hat der öffentliche Dienst eine große Vielfalt an Jobs und Möglichkeiten zu bieten. Im staatlichen und kommunalen Bereich finden Bewerber, die eine Karriere als Beamter anstreben, sehr unterschiedliche Angebote. In der gesamten Bundesrepublik suchen soziale Institutionen, vom Jugendamt bis zum Seniorenzentrum, händeringend Mitarbeiter mit den unterschiedlichsten Qualifikationen, insbesondere Sozialpädagogen und Psychologen sind gefragt.

Öffentlicher Dienst, das bedeutet viele Jobs für Ingenieure aus unterschiedlichen Fachrichtungen, gerade von kommunalen Bauunternehmen und Firmen aus dem Bereich Abfallentsorgung. Begehrt für eine Laufbahn als Beamter sind beispielsweise Bau- und Vermessungsingenieure sowie Agrar- und Umweltingenieure.

Beamter und Angestellter im öffentlichen Dienst als Stütze der Gesellschaft

„Ein Beamter erhält kein Gehalt, sondern eine Prämie für seine Anwesenheit!“ Derartige Beamtenwitze sind lustig und weit verbreitet. Aber zum Glück geben sie die Arbeitswirklichkeit der allermeisten Staatsdiener nicht wieder. Wer heute einen Job als Beamter anstrebt, kann sich auf eine abwechslungsreiche und anspruchsvolle Tätigkeit freuen. Durchschnittlich arbeiten Beamte 41 Stunden in der Woche. Damit sind sie deutlich fleißiger als Arbeitnehmer in der privaten Wirtschaft, die es lediglich auf knapp 37 Stunden bringen.

Tatsächlich sprechen viele gute Argumente für eine Laufbahn als Beamter beziehungsweise als Angestellter im öffentlichen Dienst. Immerhin rund 1,7 Millionen Beamte arbeiten in Deutschland und sorgen dafür, dass die öffentliche Verwaltung funktioniert und Bürger die verschiedensten Dienstleistungen erhalten. Mit knapp 1,3 Millionen beschäftigten die Bundesländer den größten Teil der Beamten. Als Staatsdiener ist darüber hinaus auch eine Tätigkeit bei den Kommunen oder beim Bund möglich. Genauso wichtig ist die Tätigkeit der Angestellten im Öffentlichen Dienst. Knapp 5 Millionen Männer und Frauen arbeiten Voll- oder Teilzeit für diesen Arbeitgeber, sehr viele davon in Jobs im sozialen Bereich wie Sozialarbeiter oder Erzieher.

Seriösen Studien zufolge wird der Fachkräftemangel im Bereich von öffentlicher Verwaltung und öffentlichen Dienstleistungen in den nächsten Jahren dramatisch zunehmen. So ergab eine Untersuchung, dass ab 2030 über 800.000 Arbeitskräfte im Öffentlichen Dienst fehlen werden. Die geburtenstarken Jahrgänge erreichen dann den Ruhestand.

Leicht unterdurchschnittliche Bezahlung aber viele andere Vorteile

Öffentlicher Dienst bedeutet zwar häufig, dass man als Beamter häufig weniger verdient als der Angestellte in der Privatwirtschaft. Doch heutzutage besitzen für viele junge Akademiker und erfahrene Berufstätige, die einen Quereinstieg in den öffentlichen Dienst planen, auch andere Aspekte große Wichtigkeit. Dazu gehört ein hohes Maß an Sicherheit. Öffentlicher Dienst bedeutet nämlich auch, dass Beamte unkündbar sind, Angestellte im öffentlichen Dienst erreichen diesen Status de facto nach einigen Jahren der Tätigkeit ebenfalls. Auch die hohen Pensionen sind ein gutes Argument. Angestellte in der freien Wirtschaft müssen erhebliche Sparanstrengungen unternehmen, um sich eine vergleichbare Altersvorsorge aufzubauen.

Darüber hinaus kompensieren weitere Faktoren die niedrige Bezahlung im öffentlichen Dienst. So profitieren die Beschäftigten hier von familienfreundlichen Arbeitszeitregelungen und umfangreichen Zusatzleistungen. Jobs als Ingenieur oder auch für soziale Berufe in öffentlichen Einrichtungen sind mit der Möglichkeit verbunden, den eigenen Arbeitsbereich selbständig zu gestalten. Außerdem ist die Arbeitsbelastung oftmals geringer als bei privaten Arbeitgebern.

Viele Ingenieure erkennen diese Pluspunkte leider erst spät, meist nachdem sie bereits einige Jahre in der Privatwirtschaft tätig waren. Die Arbeitsplatzsicherheit und des damit verbundenen geringeren Stressniveaus erscheinen nach einigen stressigen Jahren plötzlich durchaus attraktiv. So kommen als Arbeitgeber auch die Bundeswehr oder wissenschaftliche Forschungseinrichtungen in Frage.

 

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